Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?

Da behauptete der Wissenschaftler, Schriftsteller und Hobby-Philosoph Timothy Leary, dass das einzige Lebewesen, dass sich auf diesem Planeten entwickelt hätte, die DNS sei. Eine Grund-Strukturform, die sich in sämtlichen organischen Lebewesen nachweisen lässt. Sie gilt heutzutage allgemein als Träger der Erbsubstanz.
Von Anbeginn suchte, laut Leary, die DNS Wege sich zu perfektionieren.
Dies erreichte sie durch die Bildung verschiedener Körper, dessen bisher höchste und komplizierteste Ausdrucksform der Mensch ist.
Das heißt, nicht der Mensch lebt, sondern die DNS in ihm!

Oder der Mensch ist das,
von den moralischen Vorstellungen einer übergeordneten schöpferischen Intelligenz angeleitete, göttliche Produkt einer Synthese aus Determinismis und freiem Willen.

Oder der Mensch ist das zufällige Ergebnis einer "physikalischen/psychologischen/chemischen/biologischen/geistigen/
mathematischen" Reaktion in der (wissenschaftlich angenommenen) Ur-Suppe ...

Erst kamen wir aus dem Wasser.
Dann entdeckte man Leben in Lava und anderen, eigentlich "lebensfeindlichen" Umgebungen.
Nun fanden sich Eiweiß-Spuren auf Meteoriten!
Woher kommen wir wirklich?

Oder sind wir eigenständige und selbstverantwortliche Lebewesen, geformt aus dem Staub der expandierenden Sternenhimmel?
Und was sind dann unsere Eigenschaften und zukünftigen Möglichkeiten?
Was macht einen Menschen menschlich?

Wir erleben es als Irrsinn, wenn der Papst in den Entwicklungsländern "Seid-fruchtbar-und-mehret-Euch!" predigt.
Wir spüren instinktiv, das etwas falsch daran ist, das archaische Werte sich den Erfordernissen einer neuen Zeit, neuen Umständen gegenüber, anpassen müssen. Wir spüren das Fehlen von Beteiligung der Gläubigen an dieser Entscheidung. Schließlich ist es kein Vorschlag des Papstes, sondern ein kirchlich indoktriniertes Diktat.

Doch ist es letztendlich tatsächlich "Richtig" oder "Falsch"? ...

Das vermag ich nicht zu sagen, aber ich will, dass keiner von uns auf sein Recht verzichtet bestehende und absolute Entscheidungen oder "Gesetzmäßigkeiten" in Zweifel zu ziehen, wenn jemand Zweifel hegt.
Ich will, dass keiner sich vor scheinbaren Autorität beugt und das man ein solches Verhalten sogar von anderen erwarten kann!
Oh, das ist natürlich dünnes Eis ... Sind wir nicht konditioniert in der Masse zu verschwinden und normal und angepasst zu funktionieren?
Aber, nur weil alle gleich sind, sind sie deshalb schon im Recht?

Und Bereitschaft ist eine der Grundvoraussetzungen für das spätere Verstehen. Für das eigene Erleben. Für den Partner. Für die Familie. Für Freunde. Für den Job. Für den Umgang mit Dingen. Für Dinge, die passieren oder passiert sind. Für Interessen und Notwendigkeiten. Für Masken und Maskeraden. Für den Glauben an die Wissenschaft. etc. Letztlich vermutlich für die Rettung unserer Welt!

Richtig und Falsch sind Synonyme, denn sie sind abhängig von der Situation und dem Blickfeld des Rezipienten.
Je eingeschränkter dieses Blickfeld, desto weniger wird von der Welt außerhalb des Brunnenrandes sichtbar.
Ich rede hier auch vom Begrenzen der interessengesteuerten Wahrnehmungsbereitschaft. Auch von den Päpsten, ihrem speziellen Interesse an der Welt und ihren finanziellen Mitteln, die sie dafür aufbringen ... Und Päpste hätten genug Geld um statt mit Worten mit Taten zu glänzen!

Aber es ist wohl ein Zeichen der Zeit, dass sich die geistigen Führer der Welt nicht vereinigen und geschlossen gegen das Sinken der Moral auf diesem Planeten angehen.


Wissenschaft heutzutage, begeht, meiner Meinung nach, den Fehler der Religion, sich immer mehr und mehr aufzuspalten, und sogar entgegengesetzte Positionen zuzulassen, und damit den Blick für die Gesamtheit der Dinge auf sträfliche Weise zu vernachlässigen.
Da hat etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun.
Sicher wird versucht auch Grenzübergreifend zu arbeiten, doch wird solche Arbeit wiederum nur von fachgebietseingeschlossenen "Spezialisten" erledigt. Und Positionen werden bezogen.

Die Wirklichkeit wird von der Wissenschaft in Spalten aufgeteilt. Und schaut man einmal tiefer in eine solche Spalte, könnte man sie glatt in Hundert oder sogar Tausend neue Spalten aufteilen.
Und eine Wissenschaft muß sich positionieren, nicht nur, um sich von einer anderen Wissenschaft abzugrenzen!
So spricht die Biologie eine andere Sprache als die Physik, die sich schon seit geraumer Zeit mit Namen, wie "Mechanik", "Akustik", "Plasma-" oder "Elementarteilchenphysik" ansprechen lässt. Und nicht nur die Biologie, die auf Namen wie "Botanik", "Anatomie" oder "Mikrobiologie" hört, spricht eine andere Sprache als die Physik oder die Psychologie; Biologen untereinander müssen sich ihre "Fachgebiets-spezifische Terminologie" ebenso erklären. Und wo steht in diesem Babylon der "normale" Mensch, ohne derartige Fachausbildungen und mit dem guten Glauben, die Welt um ihn herum verstehen zu können?

Um das eben gesagte noch einmal zu verdeutlichen, versuche ich das an einem Gurdjeff'schen Beispiel. Fragen wir einen Psychologen, was er unter dem Begriff "Mensch" versteht. Danach, nacheinander, einen Physiker, einen Chemiker, einen Biologen, einen Heilkundigen, einen Rechtswissenschaftler, einen Astronomen, einen Kriminologen und dann dich. Was glaubst du, wieviel Einigkeit es bei den verschiedenen Darstellungsweisen über das Erleben, Verhalten oder das Funktionieren des inneren oder äußeren Menschen und seiner Einzelteile geben kann und wird? Wieviele Sichtweisen davon einen unbedingten, absoluten Wirklichkeitsanspruch besitzen? Und wer hier eigentlich noch den "Nächsten" versteht?

Egal, wie wir uns die Wissenschaft nun vorstellen mögen, im Grunde spiegelt sie unsere Hilflosigkeit und unsere Selbstgefälligkeit der Wirklichkeit gegenüber wider. Sie sucht nach "absoluten" und endgültigen Erklärungen, wenn sie denn überhaupt sucht und die Theorie nicht (wieder mal) vorgegebenem lobbyistischen Sachverhalten anpasst. Durch ihren Versuch sich abzugrenzen oder "eindeutig" zu sein isoliert sie sich und damit auch uns.

Hat sie nicht versucht uns zu zeigen, dass wir das "letzte" Glied einer "evolutionären" Kette sind?
Dass da niemand mehr ist, der uns fressen will außer wir uns selber ...

"Obwohl man nicht die Zeit zurückdrehen kann, um ganz von vorn anzufangen, so ist es dennoch möglich, heute frisch loszulegen und auf ein brandneues Ende zuzusteuern." Carl Bard

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